Dr. Blog's Schulden Ratgeber

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Monday, August 01, 2005

Außergerichtliche Schuldenregulierung

Die außergerichtliche Einigung ist der „Königsweg“ bei der Schuldenregulierung. Hier geht es darum, alle anstehenden Zahlungsverpflichtungen, z. B. fällige Kreditraten oder unbezahlte Rechnungen, zu prüfen und zu ordnen und Regelungen mit allen Gläubigern zu treffen, die es Ihnen möglich machen, diese Schulden angemessen zu begleichen. Schuldner und Gläubiger versuchen gemeinsam, sich auf der Grundlage eines Schuldenbereinigungsplans gütlich zu einigen.

Schuldnerberaterinnen und Schuldnerberater können durch ihr Fachwissen bei Gesprächen und Verhandlungen mit Gläubigern sehr hilfreich sein. Wie die Rückzahlung der Schulden gestaltet wird, hängt von der individuellen Situation der Schuldnerinnen und Schuldner ab und steht auch im Ermessen der Gläubiger.

Was Sie jetzt schon tun können!

Überblick verschaffen

Um Ihre Geldprobleme dauerhaft in den Griff zu bekommen, ist es wichtig, sich einen genauen Überblick über Ihre aktuelle finanzielle Situation und Ihre Schulden zu erarbeiten. Sie brauchen einen ehrlichen Überblick über Ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Außerdem müssen Sie versuchen, fehlende Unterlagen zu besorgen.

Was können Sie tun:

  • Erst einmal Ordnung schaffen und alle vorhanden Unterlagen sortieren. Wenn nicht bereits geschehen - heften Sie vorhandene Darlehensverträge, Rechnungen, Kaufverträge, Forderungsaufstellung, Mahn- und Vollstreckungsbescheide und evtl. Zahlungsnachweise in einem Ordner ab. Einfach alles, was mit Ihren Schulden zu tun hat. Bilden Sie dabei sinnvolle Untergruppen und legen Sie die Unterlagen in zeitlicher Reihenfolge ab.
  • Stellen Sie einen Haushaltsplan mit allen Einnahmen und Ausgaben auf. Damit verschaffen Sie sich den besten Überblick.
  • Beantragen Sie eine Selbstauskunft bei der Schufa.
  • Nach der Schufa ist die Firma InFoScore die größte Auskunftei Deutschlands. Auch hier können Sie schriftlich und formlos eine Selbstauskunft InFoScore beantragen.
  • Fordern Sie bei Ihren Gläubigern eine aktuelle Aufstellung aller ihrer Forderungen und eventuell auch Kopien fehlender Unterlagen an.
Berechtigung von Forderungen prüfen

Der Vollstreckungsbescheid ist eine Urkunde, aus der ein Gläubiger 30 Jahre lang die so genannte Zwangsvollstreckung betreiben kann. Dabei hat kein Gericht geprüft, ob diese Forderung überhaupt berechtigt ist. Das müssen Sie selbst übernehmen. Am besten sofort.
Wenn sich ein Inkassobüro an Sie wendet, sollten Sie in jedem Fall überprüfen, ob dies überhaupt berechtigt ist, sich mit einer Forderung an Sie zu wenden.

Was können Sie tun:
  • Kontrollieren Sie genau, ob die im Bescheid gestellte Forderung berechtigt ist.
  • Kontrollieren Sie die Forderungshöhe.
  • Lassen Sie sich von Inkassobüros immer eine Abtretungserklärung oder Vollmacht vorgelegen. Wenn diese fehlen, halten Sie sich weiterhin an Ihren Gläubiger.
Was Sie beim Umgang mit Gläubigern beachten sollten!

  • Unterschreiben Sie grundsätzlich kein Schuldanerkenntnis! Lassen Sie sich von einer Schuldnerberatungsstelle bei der Beurteilung solcher Schreiben unterstützen.
  • Lassen Sie auch niemals zusätzlich den Partner oder die Partnerin unterschreiben. Unter Umständen müssen diese danach für Ihre Schulden haften.
  • Lassen Sie Mitarbeiter von Inkassobüros lieber nicht in Ihre Wohnung. Nur Gerichtsvollzieher und Vollzugsbeamte der öffentlichen Verwaltung sind berechtigt, Ihre Wohnung zu betreten.
Einnahmen erhöhen

Manchmal erscheint die Schuldenlast so erdrückend, dass das Naheliegendste übersehen wird. Überlegen Sie auch, ob Sie Ihre Einnahmen erhöhen können.

  • Haben Sie die Möglichkeit, Ihre Erwerbstätigkeit auszuweiten oder Nebentätigkeiten anzunehmen? Dann tun Sie das.
  • Prüfen Sie, ob Sie die in Ihrer momentanen Situation zustehenden staatlichen Leistungen auch tatsächlich in Anspruch nehmen.
Ausgaben reduzieren

Überlegen Sie, wo Sie bei Ihren Ausgaben eventuell sparen können. Einige Beispiele:

  • Nutzen Sie günstigere Call-by-Call-Vorwahlen auf Ihrem Festnetzanschluss
  • wechseln Sie den Tarif oder den Anbieter
  • vermeiden Sie lange Gespräche mit dem Handy, insbesondere in den Hauptzeiten
  • Stellen Sie Elektrogeräte richtig aus und nicht auf stand-by
  • prüfen Sie den Einsatz von Energiesparlampen
  • regeln Sie die Temperatur in Ihrer Wohnung entsprechend der Nutzung des jeweiligen Raumes – insbesondere bei Abwesenheit und nachts
  • Überprüfen Sie alle Ihre Versicherungen! Vielleicht sind Sie „überversichert“ und können Policen kündigen oder in einen günstigeren Tarif wechseln?Falls Sie ständig einen teuren Dispokredit in Anspruch nehmen, könnten Sie diesen durch einen günstigeren Ratenkredit ablösen. Sprechen Sie mit Ihrer Bank!
Vorsicht bei Krediten und Ratenkäufen!

  • Überlegen Sie immer zuerst, ob Sie diesen Kredit wirklich brauchen.
  • Lassen Sie die Finger von Kreditangeboten, die Ihnen auch ohne „Schufa-Auskunft“ oder Bonitätsprüfung einen Kredit vermitteln wollen.
  • Wenn Sie unsicher sind, ob ein Kreditangebot seriös ist, gehen Sie zu einer Verbraucherzentrale oder Schuldnerberatungsstelle in Ihrer Nähe und lassen Sie sich beraten.
Quelle: www.meine-schulden.de

Überschuldung vermeiden

Die Fremdfinanzierung von Gütern und Dienstleistungen ist insbesondere für Haushalte mit geringerem monatlichen Einkommen, aber auch für andere unverzichtbar geworden. Immer mehr Haushalte führen ein so genanntes „Leben auf Pump“. Das erste eigene Auto, die Einrichtung für die erste Wohnung, ein neuer Computer mit allem Drum und Dran ist bereits für weniger als 200 € im Monat zu haben - scheint es. Kaum ein langlebiges Konsumgut ohne passenden, maßgeschneiderten Konsumenten-Kredit. Auch viele andere Produkte und Dienstleistungen werden heute kreditfinanziert angeboten, so etwa der Urlaub auf Pump mit mehrjähriger Ratenzahlung. Die Inanspruchnahme dieser Kredite, die oft viel zu leicht ermöglicht werden, birgt aber auch Gefahren in sich. Um nicht durch unvorhergesehene Lebensereignisse in eine Schuldenspirale und letztlich in Überschuldung zu geraten, ist ein hohes Maß an Disziplin zur Einhaltung eingegangener Verpflichtungen erforderlich. Ebenso wichtig ist es, sich bereits bei Aufnahme von Krediten oder bei Eingehen anderer Verpflichtungen über Kosten und Risiken zu informieren.

Sollten die Ausgaben höher als die Einnahmen sein, verschieben Sie die Realisierung Ihres Wunsches auf einen späteren Zeitpunkt. Achten Sie darauf, dass die monatlichen Raten Ihnen noch einen genügend großen finanziellen Spielraum lassen für unvorhergesehene Ausgaben, und planen Sie auch ein, dass sich die Einnahmen verringern könnten.

Quelle: www.meine-schulden.de

Überschuldung – was ist das?

Viele Menschen in unserem Land finanzieren kurz- und langlebige Konsumgüter im Vertrauen auf ein regelmäßiges Einkommen durch die Aufnahme von Krediten vor. Die Aufnahme von kurz- oder langfristigen Krediten ist unproblematisch, wenn
  • genügend finanzieller Spielraum für die Rückzahlung der Kreditraten vorhanden ist und
  • bei der Kreditaufnahme auch eventuell eintretende unvorhersehbare Zusatzausgaben oder ein Rückgang der Einnahmen einkalkuliert werden.
Haben Sie dies nicht bedacht, dann können Arbeitslosigkeit und andere kritische Lebensereignisse oder Schicksalsschläge dazu führen, dass die monatlichen Einnahmen die monatlichen Ausgaben nicht mehr ausgleichen. Ursache kann auch sein, dass Sie Schwierigkeiten haben, maßvoll mit Geld umzugehen. Die Folgen können sein: Mahnungen häufen sich. Die Hausbank kündigt den Dispokredit und zieht die Kreditkarte ein. Die Kündigung der Wohnung droht. Der Gerichtsvollzieher steht vor der Tür.

Typisch für kritische Lebensereignisse ist, dass sie ungewollt, ungeplant und unerwartet eintreten. Am häufigsten werden von Betroffenen der Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung und Scheidung, eigene Krankheit oder Tod von nahen Angehörigen als kritische Lebensereignisse genannt. Diese gehen vielfach einher mit Depressionen, Antriebsverlust, Orientierungslosigkeit und Verlust der Lebensperspektive. Zumeist ist es eine Verstrickung von mehreren Faktoren und individuellen Problemen, die schließlich in die Überschuldung führt.

Nicht übersehen werden darf, dass auch der im Elternhaus erlebte Umgang mit Geld und die soziale und wirtschaftliche Situation der Eltern prägend auf uns wirken. Negative Erfahrungen im Umgang mit Geld im Elternhaus sowie mangelnde Möglichkeiten, schon als Kind den Umgang mit Geld zu erlernen und zu üben, erhöhen die Gefahr, selbst in die Überschuldung zu geraten.

Wenn Ihr monatliches Einkommen dauerhaft nicht ausreicht, die fixen Lebenshaltungskosten sowie fällige Raten und Rechnungen zu bezahlen, dann sind Sie überschuldet.

Schuldnerinnen und Schuldner haben die Chance auf einen Neubeginn! Professionelle Beratung und Hilfe leistet die Schuldnerberatung. Das seit dem 1. Januar 1999 geltende Verbraucherinsolvenzverfahren mit seinen zum 1. Dezember 2001 in Kraft getretenen Änderungen gewährleistet eine zusätzliche Entschuldungsmöglichkeit. Für Noch-Selbstständige gilt allerdings das Regelinsolvenzverfahren!

Quelle: www.meine-schulden.de

Erste Hilfen bei Schuldenproblemen

Wie bereitet man sich auf eine erste Schuldnerberatung vor?

Schnelle Hilfe, vor allem wenn akute Probleme drücken, wird erleichtert, wenn vor dem ersten Gespräch die finanzielle Situation im Haushalt klar ist. Hierzu gehört eine Checkliste über monatliche Einnahmen und Ausgaben (Haushaltsplan vom forum-schuldnerberatung ), eine aktuelle (Forderungsaufstellung ) und eine möglichst vollständige Schuldenliste. Außerdem sollten dem Berater, damit er sofort unterstützend eingreifen kann, Lohnbescheinigungen, Mahnungen, Pfändungsbescheide usw. zur Verfügung stehen.

Wie läuft eine Schuldnerberatung praktisch ab?

Die Berater helfen den Betroffenen zunächst, sich einen Überblick über ihre tatsächliche finanzielle Situation zu schaffen. Liegen dann alle Unterlagen übersichtlich und sauber geordnet vor, mag das Ergebnis wohl ernüchternd sein. Doch fast immer finden sich Wege aus der Krisensituation. Sind die Hilfesuchenden schließlich auch mental in die Lage versetzt worden, die Bewältigung der Probleme anzupacken, wird gemeinsam die weitere Vorgehensweise erörtert. Ziel ist es, ein Lebenskonzept zu entwickeln bzw. das Leben für die nächste Zeit so zu gestalten, dass sie ihre möglichen Ziele auf jeden Fall auch erreichen können - wenn sie dies nur wollen.

Was sollte man vor einer vereinbarten Schuldnerberatung beachten?
  1. Keine neuen Umschuldungen, Ratenzahlungen oder Kreditaufnahmen vereinbaren und auch keine (notariellen) Schuldanerkenntnisse unterschreiben.
  2. Prüfen, ob die einem möglicherweise zustehenden Unterhaltszahlungen der gegenwärtigen Lebenssituation entsprechen.
  3. Eingehende Mahn- und Vollstreckungsbescheide genau auf ihre Berechtigung prüfen - und ggf. binnen 14 Tagen beim Amtsgericht Widerspruch gegen den Bescheid einlegen (auch gegen zu hoch erscheinende Zinsforderungen).
  4. Forderungen über die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung zur vollständigen Offenlegung der Vermögensverhältnisse unbedingt wahrnehmen, da sonst Erzwingungshaft droht.
  5. Wer wegen seiner Schulden kein Girokonto mehr besitzt, kann bei der Kreis- oder Stadtsparkasse ein Konto auf Guthabenbasis beantragen. Dieses Konto kann nicht überzogen werden.
  6. Bei einer Kontopfändung sind die Sozialleistungen (z.B. Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Erziehungsgeld) bis zum siebten Tag nach Eingang auf dem Konto geschützt. Das Geldinstitut muss in diesem Zeitraum den gesamten Betrag auszahlen.
Was mache ich mit meinen Schulden?

Hilfe für überschuldete Familien und Anschriften von Schuldnerberatungsstellen. Von der Verschuldung zur Überschuldung: Was zu tun ist, wie sich Schulden regulieren lassen und wie man sich beraten lassen kann, zeigt diese Broschüre. Sie erläutert auch die rechtliche Seite. Die Broschüre kann beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend angefordert werden unter der Rufnummer 01805-329 329 (0,12EUR/Anruf) oder per E-Mail an broschuerenstelle@bmfsfj.bund.de

Quelle: www.schulden-infos.de